Chewing and Spitting: Anzeichen, Auswirkungen und Möglichkeiten der Unterstützung

Chewing and Spitting: Anzeichen, Auswirkungen und Möglichkeiten der Unterstützung

Beim Chewing and Spitting kauen Personen die Nahrung, ohne sie zu schlucken. Stattdessen wird sie nach dem Kauen ausgespuckt. Diese Praxis unterscheidet sich von anderen Essstörungen wie der Bulimie, bei der die aufgenommene Nahrung durch selbstinduziertes Erbrechen wieder aus dem Körper entfernt wird. Im Gegensatz zur Bulimie, wo die Nahrung zunächst vollständig geschluckt wird, verhindert C&S die Aufnahme von Kalorien durch das Ausspucken vor dem Schluckakt.

Obwohl es nicht als eigenständige psychische Störung klassifiziert wird, stellt es für Betroffene eine ernsthafte Herausforderung dar und ist oft mit anderen Essstörungen verknüpft. Frühzeitiges Erkennen dieser Anzeichen und eine proaktive Unterstützung können wesentlich dazu beitragen, die Betroffenen auf ihrem Weg zur Besserung zu unterstützen. Es ist wichtig, mit Mitgefühl und Verständnis zu handeln und den Fokus auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der geliebten Person zu legen.

Anzeichen für Chewing and Spitting

  1. Auffälliges Essverhalten: Auffälligkeiten beim Essen, wie das länger als üblich Kauen der Nahrung oder das vermeidende Verhalten, bestimmte Lebensmittel zu schlucken.
  2. Verstecktes Essen: Finden von versteckten Lebensmittelresten oder das Beobachten, dass der Betroffene sich häufig während oder nach den Mahlzeiten zurückzieht, um zu essen und dann zu spucken.
  3. Emotionale Veränderungen: Stimmungsschwankungen, Angstzustände oder Depressionen, besonders in Bezug auf Mahlzeiten oder das Thema Essen.
  4. Körperliche Anzeichen: Probleme mit den Zähnen wie Zahnfleischerkrankungen oder Zahnschäden, Mundgeruch oder Anzeichen von Unterernährung trotz scheinbar normalem Essverhalten.
  5. Soziale Rückzugstendenzen: Rückzug aus sozialen Aktivitäten, insbesondere solchen, die mit Essen verbunden sind, oder generell weniger Interaktion mit Freunden und Familie.

Wie können Angehörige unterstützen?

Angehörige stehen oft vor der Herausforderung, sensibel und unterstützend auf das Verhalten eines Familienmitglieds oder Freundes einzugehen. Ein verständnisvoller und proaktiver Ansatz kann sehr hilfreich sein, um den Betroffenen auf ihrem Weg zur Besserung zu begleiten.

Zunächst ist es wichtig, dass Angehörige sich selbst über C&S und seine möglichen psychologischen Hintergründe informieren. Diese Aufklärung bildet die Grundlage, um das Verhalten nicht vorschnell zu verurteilen, sondern es als Teil eines komplexeren psychischen Problems zu verstehen. Bildungsmaterialien können über Online-Quellen, Fachliteratur oder durch Gespräche mit Fachpersonal bezogen werden. Außerdem ist ein offener Dialog von unschätzbarem Wert. Angehörige sollten ermutigend und ohne Vorwürfe Gespräche führen, die es der betroffenen Person erlauben, ihre Gefühle und Ängste auszudrücken.

Im Alltag können Angehörige auch durch die Gestaltung gemeinsamer Mahlzeiten in einer positiven Umgebung unterstützen. Dabei sollten sie darauf achten, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, frei von Druck oder Stress in Bezug auf das Essen. Dies kann dem Betroffenen helfen, ein gesünderes Verhältnis zum Essen aufzubauen und schrittweise das C&S-Verhalten zu reduzieren.

Es ist auch wichtig, auf mögliche Trigger zu achten, die C&S-Verhalten auslösen könnten. Dies könnte das Vermeiden bestimmter Situationen oder Lebensmittel umfassen, die als Auslöser bekannt sind. Angehörige sollten empathisch sein und versuchen, Verständnis für die Trigger und die Reaktionen der Betroffenen darauf zu entwickeln.

Warum greifen Menschen auf Chewing and Spitting zurück?

Die Gründe für dieses Verhalten sind vielfältig, doch häufig steht die Angst vor Gewichtszunahme im Vordergrund. Personen, die C&S praktizieren, können so den Geschmack von als „verboten“ oder hochkalorisch angesehenen Lebensmitteln genießen, ohne die Kalorien zu absorbieren. Dies kann in einigen Fällen als eine Strategie zur Kontrolle des Körpergewichts eingesetzt werden.

Trotz der Absicht, Kalorienaufnahme zu vermeiden, ist C&S nicht frei von Risiken. Das ständige Kauen und Ausspucken kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, darunter Zahnschäden, Magen-Darm-Beschwerden und Nährstoffmangel. Zudem kann dieses Verhalten psychische Belastungen wie Schuldgefühle, Scham und Isolation verstärken.

Chewing and Spitting im Kontext anderer Essstörungen

C&S wird oft von Personen praktiziert, die bereits an anderen Essstörungen leiden oder in der Vergangenheit gelitten haben. Es kann als Vorstufe oder Begleiterscheinung von Erkrankungen wie Anorexie oder Bulimie auftreten. In einigen Fällen kann es auch als Übergang von einer strengen Diät zu einer schwerwiegenderen Essstörung dienen.

Therapeutische Ansätze

Da C&S häufig im Zusammenhang mit anderen Essstörungen auftritt, sollte eine Behandlung immer im Kontext der zugrunde liegenden psychischen Probleme erfolgen. Therapeutische Ansätze können kognitive Verhaltenstherapie umfassen, die darauf abzielt, dysfunktionale Gedanken und Verhaltensmuster zu ändern. Ein tiefgreifendes Verständnis der Ursachen und Auslöser dieses Verhaltens ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung.

Mitgefühl und Verständnis

Letztendlich ist es entscheidend, dass Angehörige mit Mitgefühl und Verständnis agieren und den Fokus auf das Gesundheits- und Wohlbefinden der Betroffenen legen. Durch proaktive Unterstützung und das Fördern eines gesunden Lebensstils können Angehörige maßgeblich zur Überwindung von C&S beitragen. Die Zusammenarbeit mit Fachkräften und eine konstante, unterstützende Präsenz sind unerlässlich, um den Betroffenen einen sicheren Rahmen für die Genesung zu bieten.

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