Die Stimme

 In März 2009, Therapie-Tagebuch

Meine Grundsäulen in der Therapie sind: die täglichen Therapiestunden, Essen (regelmäßig) und besonders auch das Schreiben.
Alles, was mir die Stimme sagt, soll ich aufschreiben. Unzensiert und einfach aufs Papier bringen. Tja, wenn das so einfach wäre.

Ich schäme mich doch in Grund und Boden, wie gemein und furchtbar die Stimme mit mir umgeht. Das kann doch kein „normaler“ Mensch sich durchlesen. Die müssen ja denken, ich bin bescheuert. S. merkt wieder sofort, was mit mir los ist. Sie ist der Stimme immer um eins voraus. Langsam versucht sie, mir die Angst vorm Schreiben zu nehmen und dass ich mich nicht schämen muss.

Ich möchte es versuchen. Ich kämpfe und zögere immer wieder. Doch tief in mir habe ich mich für die Therapie entschieden und bin bereit, nun auch meinen Part bei zu steuern. Ich werde kämpfen und will wieder zurück, zurück in mein Leben.