Objektiv oder subjektiv?

 In März 2009, Therapie-Tagebuch

Nun geht es gleich weiter mit der Verwirrtheit. Ich sollte mich fragen, ob die Therapie Sinn macht? OK, nun geht es los: Mir oder meiner Krankheit fallen da alle möglichen Dinge ein, warum die Therapie sinnlos bei mir ist:

  • zuerst einmal natürlich die Zweifel, ob die Therapie genau für mich die richtige ist?
  • warum sollte mein Freund dies alles mitmachen und unterstützen?
  • er wird mich verlassen
  • sie kostet viel zu viel, das ist absolut unmöglich
  • die Eltern machen Vorwürfe und meinen, dass ich es schon alleine schaffen werde
  • die Therapeuten wollen doch eh nur Geld verdienen, sie können mir viel erzählen, aber im
    Grunde bin ich ihnen doch völlig egal
  • diese Therapie ist so anders, sie wird auch nichts bringen
  • dann kann ich es auch gleich aufgeben

Wenn ich noch weiter überlege, fallen mir sicherlich noch viel mehr Gründe ein doch S. unterbricht mich und will mir nun aufzeigen, was ein gesunder (und objektiv denkender) Mensch sagen würde: Die Therapie hat schon anderen Patienten geholfen. Warum sollte sie dir nicht helfen, wenn du wirklich gesund werden möchtest?

Auch du verdienst es, dass es dir besser geht! Die Therapeuten haben keinen Grund, dich anzulügen. Warum sollten sie das tun?
Du bist so sensibel, dass du sofort Menschen und ihre Stimmungen und Gedanken einschätzen kannst. Daran siehst du, dass die Therapeuten es wirklich ehrlich mit dir meinen.

Dein Freund hat die Therapie mit ausgesucht, war bei dem Vorgespräch dabei und steht voll dahinter. Das gleiche solltest du auch tun! Nach der Therapie wirst du dein normales und gesundes Leben zurück haben. Genau das wünscht sich dein Partner auch. Natürlich ist die Therapie sehr hart und anstrengend. Aber glaube mir, es ist am Anfang sehr schwer aber wenn du kämpfst, dann wirst du hinter her dein Leben zurück haben. Ist es das nicht wert? Wieder einmal verlasse ich ziemlich verwirrt und durcheinander die Session.